Anklage wegen Mordverdachts nach Tötungsdelikt in Münster-Gievenbeck

(Nachtrag zur Pressemitteilung vom 26.10.2016)

 

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen den 56-jährigen Ehemann der getöteten Frau Anklage wegen Mordes erhoben.

 

Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, am 25. Oktober 2016 seine von ihm getrennt lebende Ehefrau in deren Wohnung mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeschuldigte seine Ehefrau am Tattag vor ihrer Wohnungstür abgepasst und sie in dem Moment überraschend angegriffen hat, als sie die Wohnung verlassen wollte. Der Angeschuldigte soll den Entschluss zur Tötung gefasst haben, nachdem seine Ehefrau es abgelehnt hatte, einen eingereichten Scheidungsantrag zurückzunehmen und ihm nach Afghanistan zu folgen. Hierzu sei seine Ehefrau aber aus der Sicht des Angeschuldigten ehelich verpflichtet gewesen. Vermutlich war die angeklagte Tat sowohl eine Vergeltung dafür, dass der Angeschuldigte das Verhalten seiner Ehefrau als ungehorsam empfand als auch eine Demonstration vermeintlicher  exklusiver Besitzansprüche ihr gegenüber.

 

Der Angeschuldigte hat im Ermittlungsverfahren angegeben, dass er gehofft habe, seine Ehefrau lebe noch, da er ihr nicht in das Herz gestochen habe. Weitere Angaben hat er nicht getätigt.

 

Das Landgericht Münster hat über die Zulassung der Anklageschrift zu entscheiden.

 

 

Botzenhardt

Oberstaatsanwalt

 

 

Erläuterung als Nachtrag zu der Mitteilung vom 26.10.2016:

Im Laufe der Ermittlungen hat sich herausgestellt, dass der Scheidungsantrag der Ehefrau aus dem Jahr 2013 datiert, dieser Antrag dem Angeschuldigten aber nicht zugestellt werden konnte. Die Ehe ist daher nicht wirksam geschieden worden.