Presseerklärung

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen den 18-jährigen Angeschuldigten bei der auswärtigen Jugendkammer des Landgerichts Münster bei dem Amtsgericht Bocholt Anklage wegen des Verdachts des versuchten Mordes in zehn Fällen sowie der besonders schweren Brandstiftung mit versuchter Todesfolge, der gefährlichen Körperverletzung in fünf Fällen und des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion erhoben.

Dem Angeschuldigten wird zur Last gelegt, am 21.08.2017 gegen elf Uhr in der von seiner Mutter angemieteten Wohnung an der Schulstraße in mehreren Zimmern Benzin ausgeschüttet und dieses dann angezündet zu haben. Hierdurch soll es zu einem Vollbrand und zu einer Explosion gekommen sein, durch die unter anderem das Dachgeschoss und der Dachstuhl des Gebäudes komplett zerstört wurden. Im Zeitpunkt dieser Explosion befanden sich insgesamt zehn Personen im Gebäude; fünf Bewohner mussten wegen Rauchgasvergiftungen ärztlich behandelt werden. Nach Bewertung der Staatsanwaltschaft nahm der Angeschuldigte bei der Brandlegung billigend in Kauf, dass hierdurch Bewohner des Hauses sterben könnten. An dem Gebäude entstand ein Sachschaden von mindestens 720.000,00 Euro.

Der Angeschuldigte hat in seiner polizeilichen Vernehmung eingeräumt, den Brand gelegt zu haben um damit den Umzug mit seiner Mutter von Borken nach Velen zu verhindern, da dies nach seiner Ansicht für seine Familie das Beste gewesen wäre. Er habe lediglich das Innere der Wohnung zerstören wollen, einen weitergehenden Schaden oder gar eine Gefährdung von Menschen habe er nicht bezweckt.

Die Jugendkammer hat nun über die Zulassung der Anklage zu entscheiden.

 

Botzenhardt
Oberstaatsanwalt