Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Brandstiftungen und Sachbeschädigungen nach der "Nachttanzdemonstration"

 

Am 9. April 2016 beging eine Gruppe von etwa 10 schwarz gekleideten und mit Halstüchern sowie Sturmhauben vermummten Personen im Anschluss an die  "Nachttanzdemonstration" in Münster am Hafenweg in enger zeitliche Abfolge mehrere Straftaten.

 

Nach umfangreichen Ermittlungen auch zu der Identität einzelner Mitglieder dieser Personengruppe hat die Staatsanwaltschaft Anklage beim Jugendschöffengericht in Münster gegen drei Frauen im Alter von 20, 26 und 31 Jahren wegen gemeinschaftlicher  Brandstiftung in drei Fällen (dabei in einem Fall als Versuch) und Sachbeschädigung erhoben. In der Anklageschrift wird den Angeschuldigten die Beschädigung einer Haustür und zudem vorgeworfen, fünf hochwertige Fahrzeuge auf unterschiedliche Weise entweder zerstört oder zum Teil erheblich beschädigt zu haben. Der Personengruppe, deren weitere Mitglieder nicht bekannt sind, soll es laut Anklageschrift darum gegangen sein, innerhalb kurzer Zeit einen möglichst großen Schaden an möglichst vielen Objekten zu verursachen.

 

Im Einzelnen sind die Angeschuldigten verdächtig,  zwei Fahrzeuge mittels Grillanzündern in Brand gesetzt haben. Eines der Fahrzeuge brannte komplett aus, der andere PKW erlitt wegen des Zerstörungsgrads einen wirtschaftlichen Totalschaden. Die Anzünder sollen die Angeschuldigten dabei im Bereich eines Hinterreifens oder nach dem Einschlagen der Heckscheibe im Inneren des Fahrzeugs angezündet haben.

Nachdem sie mutmaßlich bei einem weiteren Fahrzeug bereits die Heckscheibe eingeschlagen und einen Grillanzünder auf die Heckablage gelegt hatten, sollen die Angeschuldigten - vermutlich aus Furcht vor Entdeckung - diesen PKW nicht angezündet haben.

Bei einem weiteren Fahrzeug sollen die Angeschuldigten die Front- und hintere Seiten-scheibe sowie bei einem anderen PKW das Fenster der Fahrertür eingeschlagen haben.

Zudem sind die Angeschuldigten verdächtig, mehrere Flaschen gegen Haustüren geworfen zu haben, von denen eine hierdurch beschädigt wurde.

 

Die bislang nicht vorbestraften Angeschuldigten haben sich zu den Tatvorwürfen nicht geäußert.

 

Das Amtsgericht Münster hat nunmehr über die Zulassung der Anklage zu entscheiden.

 

 

Botzenhardt

Oberstaatsanwalt