Nachtrag zur Pressemitteilung vom 14.02.2017

Die Staatsanwaltschaft Münster hat gegen den am 14.02.2017 in Basel festgenommenen und am nachfolgenden Tag aus der Schweiz ausgelieferten Tatverdächtigen Anklage wegen Mordes erhoben. Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, die 22-jährige Frau am 11.02.2017 in Ahaus aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch getötet zu haben.

Nach den durchgeführten Ermittlungen kannten sich der 27-jährige Angeschuldigte und das Tatopfer unter anderem aufgrund der Tätigkeit der 22-jährigen für die Flüchtlingshilfe der Caritas in Ahaus. Der Angeschuldigte und das Tatopfer hatten im September 2016 eine kurzzeitige intime Beziehung. Diese Beziehung wollte die junge Frau allerdings nicht fortsetzen. Die Abkehr von ihm soll der Angeschuldigte nach dem Vorwurf der Anklage nicht verwunden haben. Er soll nach der Trennung wiederholt sowohl telefonisch als auch direkt persönlich versucht haben, sich der Geschädigten zu nähern und den Kontakt zu ihr zu suchen. Diese Versuche soll die junge Frau als erheblich belästigend und bedrohlich empfunden haben, ohne allerdings deswegen eine Strafanzeige erstattet zu haben.

Nachdem der Angeschuldigte erkannt hatte, dass er die Geschädigte nicht wieder für sich gewinnen und zugleich die Vorstellung nicht ertragen konnte, dass die Frau eine Beziehung zu einer anderen männlichen Person haben könnte, soll er aus Hass und Verachtung gegenüber der von ihm exklusiv für sich beanspruchten jungen Frau den Entschluss gefasst haben, sie zu töten.

Zur Umsetzung dieses Vorhabens soll der Angeschuldigte am 11.02.2017 der 22-Jährigen nach entsprechender Planung nachts aufgelauert, die Frau dann für sie vollkommen überraschend angegriffen und mit zahlreichen Messerstichen getötet haben.

Der Angeschuldigte hat sich zu dem Tatvorwurf bislang nicht geäußert.

Das Landgericht Münster hat über die Zulassung der Anklageschrift zu entscheiden.

Botzenhardt
Oberstaatsanwalt